Bogen-Abenteuer

                                        

Das Bogensportstudio



Das Bogensportstudio befindet sich auf der Ecke Rößmäßlerstr./Leipziger Str. (Eingang auf der Leipziger Str.)


Die Philosophie von Bogen-Abenteuer

Ursprünglich wurden Pfeil und Bogen zur Jagd, für den Kriegseinsatz und den sportlichen Wettkampf entwickelt bzw. eingesetzt. Heutzutage ist letzterer Bereich geblieben und erfreut sich großer Beliebtheit. In Deutschland ist die Jagd mit Pfeil und Bogen verboten, hier wird der Bogen zudem als Sportgerät eingestuft, unterliegt aber in Teilen dem Waffengesetz.

Neben dem sportlichen Bogenschießen in Sportvereinen gibt es einen weiteren Bereich des Bogenschießens, dem sich Bogen-Abenteuer verschrieben hat: es ist das intuitive und meditative Bogenschießen.
Intuitives Bogenschießen beruht auf der menschlichen Fähigkeit Auge und Hand zu koordinieren. Beim Bogenschießen taucht oft die Frage auf "wie ziele ich denn?". Es gibt kein "Kimme und Korn", also kein "Visier (wie bei den Sportschützen), sondern man "zielt" durch eine Ansammlung von Erfahrungswerten, die man als Schütze im Gedächtnis abspeichert. In vielen anderen Sportarten, wie z.b. dem Tischtennis passiert genau das Gleiche. Durch zunehmende Übung gelingt es immer besser den Ball bzw. den Schläger besser, schneller und präziser einzusetzen, ohne dass man "zielt". Der Bewegungsablauf des Körpers wird erlernt, gespeichert und immer besser und schneller abgerufen.
Das gleiche Prinzip finden wir beim Intuitiven Bogenschießen. Hier geht es darum in verschiedenen Situationen den immer identischen Bewegungsablauf einzuüben, bis der Körper verinnerlicht hat, wie der Schütze mit seinem Bogen den Pfeil ins Ziel bringt. Beide Augen bleiben geöffnet, man schaut auf das Ziel und trifft. (Der Gedanke ins Ziel treffen zu wollen, ist dabei eher hinderlich, es ist für viele Schützen daher eher ratsam den Gedanken an das Treffen-Wollen abzustreifen und die Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper zu lenken.) Der Bewegungsablauf beim intuitiven Bogenschießen unterliegt mehreren vorgegebenen und festgelegten Schritten, die hier noch einmal erläutert werden.

Selbstverständlich spielt das Zielen beim Bogenschießen an sich und auch bei Bogen-Abenteuer eine Rolle, aber nicht die Vordergründigste.
Bogen-Abenteuer legt Wert auf ein anderes Thema:
Das Zielen bzw. Treffen mit Pfeil und Bogen ist ein Hinweis darauf , ob es zwischen dem Schützen und den Dingen, mit denen er zu tun hat einen guten Austausch, gelungene Kommunikation gibt, ob er sich auf das Bogenschießen einstellen und einlassen kann. So kann man durch das Bogenschießen viel über sich selbst erlernen, z.B. mit Treffern (Erfolg) als auch Nicht-Treffern (Scheitern) zu leben. Es geht darum Anmut und eigene Stärke zu kultivieren, den Blick auf sich selbst zu fördern und auch Lebensqualität zu verbessern.
Aus diesen Themen ergibt sich der "beseelte Schuss", Pfeil und Bogen verkörpern etwas ursprüngliches, archaisches, dass in den meisten Menschen Faszination auslöst, es beflügelt die Vorstellungskraft und spricht die Seele an.

Zum Bogenschießen gehört auch Mut, die Kraft zu spüren, mit der Kraft umzugehen. Lässt man sich auf diese Kraft ein, nimmt man sich Zeit, die gewonnenen Eindrücke anzunehmen, so ergibt sich und empfindet man eine tiefe Verbundenheit zum Bogenschießen.  

                       

                        Ein Bogen-Abenteuer-Projekt: Bogenschießen mit Blinden und Sehbehinderten

Sicher soll der Schuss technisch einwandfrei ausgeführt werden und es ist zunächst notwendig den Bewegungsablauf bewusst und korrekt auszuführen. Das Ziel besteht dann aber letztlich darin, diese Bewegungen soweit zu verinnerlichen, dass er vollständig unbewusst abläuft- ohne die Absicht zu verfolgen, das Ziel zu treffen. Dies ist vollendetes und anmutiges Bogenschießen.

So bietet das Bogenschießen neben dem sportlichen Charakter viele andere Themen, die Bogen-Abenteuer fördern möchte. Bogenschießen ist eine Form der Körperarbeit, bei der Haltung, Muskulatur, Koordination trainiert werden. Der Körperausdruck wird anmutiger, die eigenen Fähigkeiten und das Vertrauen in sich selbst werden gestärkt.
Bei vielen Schützen verändert sich die Wahrnehmung der Zeit, Handeln und Bewusstsein verschmelzen miteinander und privater oder beruflicher Stress oder gar Sorgen geraten aus dem Blickfeld. Man befindet sich im Hier und Jetzt.
Das Bogenschießen fördert beim gemeinschaftlichen Schießen den sozialen Kontakt und es ist alterslos bzw. generationenübergreifend.
Selbstwirksamkeit sowie Selbsterkenntnis treten beim Bogenschießen zutage, in dem  sich der Schütze selbst erlebt und wahrnimmt: der Schütze kann sich Ziele stecken und erreicht sie oder scheitert eben auch mal, insgesamt aber gibt es Fortschritte. Man entdeckt die eigene zunehmende Kraft, die sich auch auf andere Lebensbereich auswirken kann. Weiterhin lässt das Bogenschießen ggfls. wichtige Erkenntnisse zu: wieviel Spannung kann ich aushalten/zulassen? Was verursacht ein Fehlschuss bei mir? Habe ich Geduld? Worauf ziele ich? Wie stehe ich?
Durch diese Fragestellungen erhöht sich die Introspektion - der Blick auf mein inneres Selbst.
Das Schießen in der Natur oder auch das Selbst-Erschaffen von Bogen, Pfeilen, Köcher und weiteren Materialien ermöglichen ebenso Erlebnisse positiver Selbstwirksamkeit.


In diesem Sinne freue ich mich auf die gemeinsame Zeit mit Ihnen!

                    

                                                                  "Balance ist alles - Schießen von der Wippe"

Infos über das Bogenschießen

In meiner Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beschäftige ich mich mit verschiedenen Teilbereichen des Bogenschießens. Es geht dabei immer um die Verbindung von Körper und Geist, um das Wechselspiel von Anspannung und Entspannung sowie um Konzentration und Ruhe.

Die Einzelarbeit mit Ihnen, das Gruppenangebot, die Teambildung, etc. wird nach Ihren Bedürfnissen ausgelegt.

Traditionelles/Intuitives Bogenschießen

Hierunter versteht man das Bogenschießen ohne weitere Hilfsmittel (wie z.B. ein Visier). Man sagt, der Bogen wird "blank" geschossen. In diesem Bereich geht es zunächst um die Einführung in das Bogenschießen und um die Ausbildung des eigenen Schießstils. Besonderer Wert wird auf das intuitive Schießen gelegt: In der Regel bleiben beim Vorgang des Schießens beide Augen offen und das Zielen ergibt sich durch die Ansammlung von Erfahrungswerten, die man nach jedem Schuss gewinnt und so vom Bewussten ins Unterbewusste übergehen.

                                                   

Erlebnispädagogisches Bogenschießen

Die Erlebnispädagogik dient in erster Linie dazu die Erlebnisfähigkeit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen neu zu entdecken und zu stärken. Es geht um das Entdecken und das Ausloten der eigenen Grenzen, so wie um die Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit. 

So eignet sich das erlebnispädagogische Bogenschießen hervorragend für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die besondere Erlebnisse wahrnehmen möchten. Hier bietet sich genug Raum für Spaß und Lust am Bogenschießen. Ferner ist diese Methode auch für Teambildungs-Veranstaltungen besonders gut geeignet, in denen es um die Zusammenarbeit im Team geht.

Therapeutisches Bogenschießen

Im Therapeutischen Bogenschießen geht es darum Schieflagen und unklaren Lebensfragen auf den Grund zu gehen. Als ergänzendes Mittel kann in therapeutischen Übungen nachgespürt werden, warum jemand nicht mit beiden Beinen fest im Leben steht, warum jemand nicht loslassen kann, warum jemand zögert usw. Es handelt sich um eine spannende Methode, die sowohl für Kinder und Jugendliche mit Konzentrationsschwierigkeiten, Aufmerksamkeitsproblemen und/oder sozialen Schwierigkeiten Anwendung finden kann. Erwachsene kann das Bogenschießen bei der Klärung von schwierigen Lebensabschnitten als auch bei physicher oder psychischer Erkrankung unterstützen.

Das Therapeutische Bogenschießen findet in der Regel im Einzelsetting, auf Anraten einer ärtztlichen Fachkraft statt. Es kann einerseits ressourcen-orientiert (Bogenschießen ist eine wohltuende Bereicherung für den Schützen) als auch prozess-orientiert gearbeitet werden (Bogenschießen unterstützt den Schützen in einem Lebensphase). Oft kommt dabei der metaphorische Aspekt zum Tragen ("Bogen überspannen", "etwas loslassen", "unsicherer Stand im Leben", etc.).

Beim Therapeutischen Bogenschießen steht nicht mehr das eigentliche Ziel im Vordergrund. Allerdings soll der Schütze den Bewegungsablauf gut erlernen, daraus ergibt sich dann ein gutes Trefferbild.

Meditatives Bogenschießen

In der heutigen Zeit leiden Menschen zunehmend an Burn-Out oder Stresssymptomen, die oft durch Überforderung in der Arbeitswelt oder durch soziale Anforderungen durch die Gesellschaft zustande kommen. Beim meditativen Bogenschießen kann man Ruhe, Ausgeglichenheit und Gelassenheit trainieren. Dies überträgt sich auf andere Bereiche des Lebens und führt so zu einem entspannteren Umgang mit Stresssituationen. In letzter Konsequenz geht es beim meditativen Bogenschießen nicht mehr um das Treffen der Zielscheibe, sondern um die Perfektionierung der Vorgänge, die beim Bogenschießen ablaufen.

Bogen-Abenteuer bedient sich beim Meditativen Bogenschießen der sog. 12-Schritt-Methode. Der Bewegungsablauf wird in 12 Einzelschritte zerlegt. Führt man diese Schritt für Schritt präzise und bewusst aus, so entwickelt sich ein sehr sauberer Schießstil.